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  Radsport 2008-07-17

L'Equipe: Zweifacher Etappensieger Riccardo Ricco positiv auf Epo getestet – Blutwerte vorher schon verdächtig

Jüngste Meinung hierzu
von André P. Pantel:
Dreister geht es nimmer, Signore Ricco!

Für wen führen Sie den öffentlichkeitswirksam platzierten "No Doping" Aufkleber auf Ihrem Drahtesel spazieren? Ihre Auffassung von fairem Sport ist dies offensichtlich nicht. Vielleicht ist es ja lediglich als eine Aufforderung an Ihre Fahrer"kollegen" zu verstehen? Das wissen wohl nur Sie.

Entlarvend für die gesamte Radsportszene mutet an, dass sich niemand über jenes von "Anti-Doping-Vorkämpfer" Riccardo Ricco inszeniertes Possenspiel ...
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Nach Informationen der französischen Sportzeitung „L'Equipe“, ist der Italiener Riccardo Ricco als dritter Profi bei der diesjährigen Tour de France positiv auf das Dopingmittel Epo getestet worden.

Damit bestätigen sich die bereits vorher vorgebrachten Verdächtigungen gegenüber dem zweimaligen Etappensieger. Bereits zu Beginn der Tour hatte es im Blutbild des Italieners auffällige Werte gegeben, die er jedoch mit einer angeborenen körperlichen Schwäche rechtfertigte.

Nach Presseinformationen soll eine Urinprobe, die während der vierten Etappe bei dem Italiener entnommen wurde, Spuren des Dopingmittels Epo enthalten. Bei dem Befund soll es sich um „Cera“ handeln, ein Epo-Produkt der dritten Generation. Es soll effektiver wirken als die früheren Medikamente aus der Anfangszeit des Epo-Dopings.

Nach dem erneuten Dopingbefund zeigten sich einige Radsportmanager schockiert. „Dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich gehe jetzt davon aus, das Ricco nicht der letzte Dopingsünder ist. Man darf es ja kaum laut sagen, aber bei ihm hatten es viele erwartet, “ kommentierte der Manager des Team Gerolsteiner, Hans-Michael Holczer, den neuen Befund. Riccos Team, Saunier Duval, hat sich nach dem Ergebnis der Probe umgehend von der Tour zurück gezogen.

Ricco teilt nun das Schicksal der anderen positiv getesteten Fahrer: Manuel Beltran (Liquigas) und Moises Dueñas Nevado (Barloworld), die ebenfalls positiv getestet wurden. Bei Dueñas Nevado kommt noch erschwerend hinzu, dass bei ihm verbotene Mittel gefunden wurden, die eine Gefängnisstrafe für den Spanier bedeuten könnten.
fk.
 
Meinungen zu dieser Nachricht
 
André P. Pantel:
Dreister geht es nimmer, Signore Ricco!

Für wen führen Sie den öffentlichkeitswirksam platzierten "No Doping" Aufkleber auf Ihrem Drahtesel spazieren? Ihre Auffassung von fairem Sport ist dies offensichtlich nicht. Vielleicht ist es ja lediglich als eine Aufforderung an Ihre Fahrer"kollegen" zu verstehen? Das wissen wohl nur Sie.

Entlarvend für die gesamte Radsportszene mutet an, dass sich niemand über jenes von "Anti-Doping-Vorkämpfer" Riccardo Ricco inszeniertes Possenspiel echauffiert. Doch nicht nur die Causa Ricco, auch die bislang bekannt gewordenen Tour-Doping-Fälle der Spanier Beltran und Nevado bleiben seltsamerweise en Gros unkommentiert.

Sollte es tatsächlich die – allseits propagierte - neue Sauberkeit im Radsport geben, wäre die logische Reaktion der „Anständigen“ jedoch ein ohrenbetäubender Protest gegen die aufgefallenen "Einzeltäter", die die gesamte Zunft einmal mehr in Verruf bringen. Doch außer einigen lauwarmen Verurteilungen seitens der Offiziellen verlautbartet nichts von Belang.

So wird heuer beim kritischen Beobachter die Auffassung verstärkt, dass auch die letzten - nicht zuletzt finanziell schmerzhaften - Krisen des Radsports mal wieder nicht zu einem Paradigmenwechsel führten.

In Anlehnung an Remarques legendären Roman bleibt also zu konstatieren: „Im Radzirkus nichts Neues" - Vive le Tour…
2008-07-17 17:34:08

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