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: Auch dem besten Sportler geht mal der Dampf aus und er kann trainieren wie wild, es wird nicht mehr besser. Die Natur hat Grenzen gesetzt, die nur noch marginal verändert werden können. Bei den vielbejubelten Weltveranstaltungen, wo die besten aus allen Ländern zu ihren Leistungsvergleichen antreten, zeigt sich immer deutlicher, daß selbst mit den aberwitzigsten Techniken der Messmethoden nur noch Verbesserungen in der dritten oder vierten Kommastelle möglich sind. Manch einer kommt nun auf die Idee, daß er vielleicht das eine oder andere Tausendstel herausschinden kann, wenn er seinen Körper täglich noch mehr kasteit. Ein anderer Futtert Spaghetti oder Eier bis zum erbrechen, mit dem Ergebnis, daß er so dick wird, bis er tot umfällt. Wieder andere versuchen der schwachen Natur mit den Wundermitteln der Chemie nachzuhelfen. Das ist offensichtlich das einzige was wirklich noch etwas nützt. Nun sagen die Kodexwächter des Sports: "Das gildet nicht!" und schmeißen jeden, den sie mit ausgeklügelten Methoden dabei erwischen, daß er etwas gegessen hat, was auf einer kompliziert zusammengestellten Liste von Verboten steht, aus dem Wettbewerb. Mancher wird gar im nachhinein, wenn er schon gewonnen hat, disqualifizieren. Es ist aber ein ungleicher Kampf. Die einen erfinden immer neue Energiecocktails, die verborgen bleiben sollen und die anderen erfinden immer raffiniertere Methoden das Zeug noch nach Tagen im Blut, im Urin oder gar in den Haaren nachzuweisen. Was soll eigentlich der ganze Schwachsinn? Wer zuviel Anabolika ißt und damit seinem Körper schadet, darf kein Weltmeister werden. Warum eigentlich nicht? Wer zuviel Eier ißt und seinem Körper schadet, fällt tot um und wird dann ganz von selbst kein Weltmeister mehr.
Jetzt stellt sich heraus, dass die Radlfahrer alle irgendwelche Energiespender zu sich nehmen, wissenschaftlich ausgeklügelt und kaum nachweisbar. Der ganze verlogene Haufen soll doch zum Teufel gehen. Der Professor Krüger scheint der einzig vernünftige in dem ganzen Sportzirkus zu sein, der sich einen Rest von normalem Menschenverstand bewahrt hat, wenn er sagt, gebt den Burschen was sie wollen. Sie sollen nur mit anschließenden gesundheitlichen Problemen nicht der Solidargemeinschaft zur Last fallen.
2007-06-01 18:34:11 : Die Forderung Krügers nach einer Freigabe praktisch aller Dopingmittel kann wohl kaum Ernst genommen werden. Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet aus wissenschaftlicher Sicht eine solche Meinung offensichtlich ernsthaft proklamiert wird. Schon das Argument, dies ließe sich mit dem mündigen Sportler und der Selbstverantwortung für seinen Gesundheitszustand ausreichend begründen ist völlig verkürzt und blendet die wesentlichen Argumente aus. Mag es noch hinnehmbar sein, dass es den Sportlern frei stehen könnte, sich selbst in das "Freakkabinett" zu spritzen und zu schlucken sind die Grenzen spätestens dann erreicht, wenn es um die Frage der Wettbewerbsgleichheit und Gerechtigkeit geht, es sei denn, das Krüger ernsthaft die Auffassung vertreten sollte, Sport ist nicht mehr der faire Wettbewerb ungedopter Sportler sondern eher der Wettbewerb pharmazeutischer Spitzenprodukte und ärztlicher Giftmischer. Ob sich die Verhaltenskidicis nationaler und internationaler Sportorganisationen - allen voran das IOC - hiermit vereinbaren lassen, dürfte mehr als fraglich sein. Insofern wäre es sicher sinnvoller, Sponsoren und Funktionäre dazu anzuhalten, die Vielzahl gwinnträchtiger Sporttuniere auf ein verantwortliches Maß zu reduzieren, so dass damit der von Krüger angeführte Bum-Bum-Sport vermieden werden könnte.
Prof.Dr.jur. Thomas Abeltshauser LL.M.
Hamburg, d. 21.04.07
2007-04-20 12:41:18 Wie ist Ihre Meinung zu dieser Nachricht? Nur für Nutzer von Sportgericht persönlich!
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