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Fußball 2009-11-20
Fußball droht erneuter Wettskandal – womöglich Partien in neun verschiedenen Ländern manipuliert
Fünf Jahre nach dem Fall Hoyzer erschüttert wahrscheinlich ein neuer Wettskandal den deutschen und europäischen Profi-Fußball. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat bekannt gegeben, dass im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen eine international agierende Bande am Donnerstag "eine Vielzahl von Durchsuchungen und Festnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland" vorgenommen worden seien.
Neben Deutschland soll es in neun weiteren Top-Ligen zu Spielmanipulationen gekommen sein, darunter Österreich, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ungarn, Slowenien, die Schweiz und die Türkei.
Der Hauptverdacht richtet sich gegen eine international agierende Bande, die aus mehr als 100 Tatverdächtigen bestehen soll. Der Bande werden "fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügereien" zur Last gelegt. Nach Presseangaben sollen bereits fünf Haftbefehle gegen Tatverdächtige aus Deutschland vollstreckt worden sein.
Nach bisherigen Informationen gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass die Bande möglicherweise ausschließlich von Deutschland aus operiert. So soll der Kopf der Bande aus Berlin stammen. Als Indiz für das Operationsfeld Deutschland wurden Wetten aus Deutschland genannt, die mit zum Teil sehr hohen Beträgen auf die manipulierten Spiele in der Türkei abgeschlossen worden.
Von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) gab es keine weiteren Informationen. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat angekündigt möglichst bald sich in einer Pressekonferenz zu dem Sachverhalt zu äußern.
"Details kennen wir nicht. Wir warten gespannt auf die Pressekonferenz. Wir wissen noch nicht, welche Ligen in Deutschland betroffen sind und ob deutsche Vereine oder Funktionäre selbst aktiv waren – oder ob lediglich auf deutsche Spiele gewettet worden ist", sagte Uefa-Mediendirektor Rob Faulkner.
„Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum können wir keinen Kommentar abgeben, da uns die Ermittlungsergebnisse bisher nicht bekannt sind“, sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Nach Stenger hätte das DFB-Frühwarnsystem bei möglichen Wettbetrügereien bislang keine Anzeichen für mögliche Manipulationen gezeigt.
fk. |
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